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Verabschiedung der ersten drei Arbeitsprogramme des "Digital Europe Programme" und Veröffentlichung der ersten Ausschreibungen

|   Thüringen Lokalnachrichten

Die Europäische Kommission hat am 10. November 2021 das Hauptarbeitsprogramm Digitales Europa, das Arbeitsprogramm Cybersicherheit Digitales Europa und das EDIH-Arbeitsprogramm Digitales Europa verabschiedet.

Die Kommission hat drei Arbeitsprogramme für das Programm Digitales Europa angenommen, in denen die Ziele und besonderen Themenbereiche aufgeführt sind, für die Mittel in Höhe von insgesamt 1,98 Mrd. EUR bereitgestellt werden. Diese erste Reihe von Arbeitsprogrammen sieht strategische Investitionen vor, die entscheidend für die Verwirklichung der Ziele der Kommission mit Blick auf Europas digitale Dekade sein werden. Das Programm Digitales Europa zielt darauf ab, Europas technologische Souveränität zu stärken und digitale Lösungen zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger, der öffentlichen Verwaltungen und der Unternehmen auf den Markt zu bringen.

Das Hauptarbeitsprogramm hat ein Budget von 1,38 Mrd. EUR. In seinem Mittelpunkt stehen Investitionen in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI), Cloud und Datenräume, Quantenkommunikationsinfrastruktur, fortgeschrittene digitale Kompetenzen sowie die breite Nutzung digitaler Technik in Wirtschaft und Gesellschaft bis Ende 2022. Neben diesem Hauptarbeitsprogramm hat die Kommission zwei spezifische Arbeitsprogramme veröffentlicht: das erste dient der Finanzierung im Bereich der Cybersicherheit mit einem Budget von 269 Mio. EUR bis Ende 2022, das zweite dient der Einrichtung und dem Betrieb des Netzes europäischer Zentren für digitale Innovation, wofür bis Ende 2023 Mittel in Höhe von 329 Mio. EUR bereitstehen.

Das Hauptarbeitsprogramm für das Programm Digitales Europa umfasst u. a. folgende Investitionen:

  • Einrichtung gemeinsamer Datenräume (z. B. Datenräume für Fertigung, Mobilität und Finanzen), die den Unternehmen – auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und neugegründeten Unternehmen (Startups) – sowie dem öffentlichen Sektor den grenzüberschreitenden Datenaustausch erleichtern, sowie eines Zusammenschlusses von Cloud-to-Edge-Infrastrukturen und -Diensten, d. h. eines Rückgrats aus digitalen Lösungen, die einen sicheren Datenverkehr garantieren;
  • Aufbau von Erprobungs- und Versuchseinrichtungen für KI-gestützte Lösungen zur Steigerung des Einsatzes vertrauenswürdiger KI (auch durch KMU und Startups), um wichtige gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel und nachhaltige Gesundheitsversorgung zu bewältigen (z. B. Einrichtung von KI-Erprobungsanlagen für das Gesundheitswesen und intelligente Städte und Gemeinschaften);
  • Aufbau einer sicheren Quantenkommunikationsinfrastruktur für die EU (EuroQCI), die eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe bieten wird;
  • Einrichtung und Durchführung von Masterstudiengängen zu wichtigen fortgeschrittenen digitalen Technologien, um den Erwerb digitaler Kompetenzen in Europa zu fördern, darunter auch Kurzlehrgänge für KMU zum Thema Digitales – wie in der Kompetenzagenda von 2020 und in der KMU-Strategie angekündigt;
  • Aufbau, Betrieb, Weiterentwicklung und ständige Pflege digitaler Dienste, die eine grenzübergreifende Interoperabilität von Lösungen fördern, um die öffentlichen Verwaltungen zu unterstützen (z. B. in Bezug auf die europäische digitale Identität).

Das Arbeitsprogramm zur Cybersicherheit umfasst Investitionen in den Aufbau fortgeschrittener Ausrüstungen, Werkzeuge und Dateninfrastrukturen im Bereich der Cybersicherheit. Es wird die Entwicklung und optimale Nutzung der Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit finanzieren, den Austausch bewährter Verfahren fördern und die breite Einführung modernster Cybersicherheitslösungen in der gesamten europäischen Wirtschaft ermöglichen.

Zur Verwirklichung seiner Ziele sieht das Programm Digitales Europa vor, dass ein Netz europäischer Zentren für digitale Innovation geschaffen wird, das privaten und öffentlichen Einrichtungen in ganz Europa – darunter auch nationalen, regionalen bzw. lokalen Behörden – das Erproben neuer Technik ermöglichen und Unterstützung beim digitalen Wandel leisten wird. Die europäischen Zentren für digitale Innovation werden ein wichtiges Instrument in der EU-Politik sein, insbesondere in der Industriepolitik und in der Politik für kleine und mittlere Unternehmen und Startups, denn sie werden die Unternehmen wie auch den öffentlichen Sektor beim zweifachen, nämlich ökologischen und digitalen Wandel unterstützen.

Nächste Schritte

Die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für das Programm Digitales Europa werden Ende November veröffentlicht, weitere Aufforderungen werden dann im Jahr 2022 folgen. Die Umsetzung der Arbeitsprogramme wird hauptsächlich mithilfe von Finanzhilfen und öffentlichen Aufträgen erfolgen. Einige Maßnahmen, beispielsweise zu den Themen der Initiative „Destination Earth“ (Ziel Erde), werden in indirekter Mittelverwaltung durchgeführt werden, bei der Partnerorganisationen die Auftragsvergabe für die nötigen Tätigkeiten übernehmen.

Hintergrund

Das Programm Digitales Europa ist das erste Finanzierungsprogramm der EU, dessen Schwerpunkt darauf liegt, Unternehmen und Bürgern digitale Technologien zur Verfügung zu stellen. Mit einem geplanten Gesamtbudget von 7,5 Mrd. EUR (zu jeweiligen Preisen) über 7 Jahre wird es den wirtschaftlichen Aufschwung beschleunigen und den digitalen Wandel der europäischen Gesellschaft und Wirtschaft mitgestalten, was insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen wird. Das Programm Digitales Europa wird mithilfe von mehrjährigen Arbeitsprogrammen umgesetzt.

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